Beziehungsstatus Mingle - Weder Beziehung noch Single

<h1>Beziehungsstatus Mingle - Weder Beziehung noch Single</h1>

Das unverbindliche Leben als „Mixed Single“

Wir leben in einer Zeit, in der es weit mehr als nur Singles oder Partnerschaften gibt, und neue Beziehungsformen kreiert wurden, um sowohl die Sehnsucht nach Nähe als auch nach Freiheit zu befriedigen. Mingles leben genau in diesem Zustand der Mitte: Nicht Single, aber auch nicht in einer Beziehung. Die ideale Lösung? Oder doch eher das Ergebnis einer Zeit ohne Grenzen?  

In einer Generation der Lebensabschnittspartner ändern sich auch die Beziehungswünsche. Der Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“ auf Facebook fasst genau diese Unverbindlichkeit in Worte und ermöglicht damit zahlreichen Mingles, ihren inoffiziellen Beziehungsstatus offiziell zu machen. Klingt kompliziert, ist es auch. Denn Partnerschaften sind längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Zumindest nicht immer.

Am Anfang stand der Kuss

Man kann es nicht leugnen: Beziehungen waren früher einfacher. Man lernte sich kennen, verliebte sich, küsste sich und war zusammen. Doch die traditionellen Vorstellungen haben sich mittlerweile geändert. Denn in der heutigen Zeit haben viele Menschen auch verlernt, eine fixe Bindung zu schätzen. Sie brauchen die Unverbindlichkeit um glücklich sein zu können. Der undefinierte Zustand der früher eine neue Beziehung einleitete wird einfach verlängert und als Beziehungsstatus definiert. Oft so lange, bis einer der beiden Beteiligten mehr will und der andere sich unter Druck gesetzt fühlt.

Der Traum vom perfekten Partner

Zum einen entwickeln sich Mingle-Partnerschaften in Lebensphasen in denen man experimentieren und sich ausprobieren möchte, und zum anderen aus der Angst heraus, sich zu binden. Tief in uns allen steckt der Wunsch nach dem perfekten Partner, nach der idealen und einzigartigen Beziehung. Die Ansprüche dafür werden allerdings immer höher geschraubt und gipfeln mittlerweile in einer kitschigen und utopischen Ideologie des Unerreichbaren. Was, wenn derjenige mit dem man gerade Sex hatte nicht diese eine Person ist? Was, wenn einem stattdessen das Herz gebrochen wird oder man selbst zum Herzensbrecher wird?

Bindungsphobie oder Freiheit?

Von der Gesellschaft werden offene, unverbindliche und undefinierte Beziehungen massiv in Frage gestellt. Und doch gilt es wohl, sich mit dieser neuen Beziehungsform auseinander zu setzen. Viel zu hoch ist mittlerweile bereits der Prozentsatz an Mingle-Partnerschaften, welche von vielen Menschen jedoch nur geringschätzig als Übergangsphase angesehen werden. Eine Übergangsphase der Bindungsphobie, die sich schon eines Tages von selbst lösen würde. Was ist aber der eigentliche Grund für dieses Phänomen der heutigen Gesellschaft? Ist es tatsächlich nur die Angst vor Nähe aufgrund vergangener, traumatischer Belastungen? Oder stecken vielleicht viel mehr Gründe dahinter? Die Qual der Wahl beispielsweise, also die generell wachsende Entscheidungsschwäche der jungen Generationen aufgrund eines zu hohen Potentials an Möglichkeiten?

Fest steht: Gründe gibt es immer, und davon viele. Wichtig ist dabei wohl nur, Grenzen zu setzen und klar zu kommunizieren. Spielt man von Anfang an mit offenen Karten, ist die Chancen geringer, jemanden zu verletzen. Doch es ist nicht einfach, denn die Gefahr dass sich die andere Person in einen verliebt ist hoch und das führt unweigerlich zu Problemen.  Und auf Dauer macht so ein Beziehungsstatus wohl niemanden glücklich, denn es fehlt dabei etwas ganz massiv: Die Zusammengehörigkeit mit einer ganz bestimmten Person, die offizielle Bekenntnis nach außen. Letztendlich ist das nämlich etwas, was sich doch (fast) jeder wünscht.  

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vor 1810 Tagen
 

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